Ein kurzes Video, ein gelungenes Foto vor türkisem Wasser, ein viraler Trend – und schon steht das nächste Reiseziel fest. Soziale Netzwerke haben sich in den vergangenen Jahren von einer reinen Inspirationsquelle zu einem der wichtigsten Einflussfaktoren auf Urlaubsentscheidungen entwickelt. Eine aktuelle Studie von TUI Musement, einem der weltweit führenden Anbieter von Ausflügen und Erlebnissen, zeigt nun in Zahlen, wie stark Plattformen wie TikTok und Instagram inzwischen jede Phase einer Reise mitbestimmen – von der ersten Idee bis zur Buchung.
Besonders auffällig: Fast vier von zehn Befragten geben an, einen Ort schon gezielt besucht zu haben, um dort Fotos oder Videos für die eigenen Kanäle aufzunehmen.
TikTok statt Reiseführer: Woher Generation Z ihre Urlaubsideen holt
Bei der Suche nach dem nächsten Reiseziel greifen Urlauber heute auf ganz unterschiedliche Quellen zurück. Google und andere Suchmaschinen führen mit 42 Prozent nach wie vor die Liste an, dicht gefolgt von Empfehlungen aus dem persönlichen Umfeld mit 41 Prozent. Bei jüngeren Reisenden verschiebt sich das Bild jedoch deutlich: Für die Generation Z ist TikTok bereits die wichtigste Inspirationsquelle überhaupt. 48 Prozent nennen die Plattform an erster Stelle – noch vor Tipps von Familie und Freunden, die mit 43 Prozent auf Platz zwei landen. Kurze Videoformate haben damit klassische Reiseführer und Kataloge bei der jüngeren Zielgruppe bereits überholt.
Vom viralen Clip zur Buchung
Social Media inspiriert längst nicht mehr nur, sondern führt auch handfest zu Buchungen. Mehr als 43 Prozent der Befragten haben bereits eine Reise oder Aktivität gebucht, nachdem sie einen viralen Beitrag gesehen hatten – bei Millennials liegt dieser Wert sogar bei 52 Prozent, bei der Generation Z bei 50 Prozent. Auch Reise-Influencer spielen eine wachsende Rolle: 43 Prozent der Befragten orientieren sich an Content Creatorn, wenn es um die Wahl von Reiseziel oder Aktivitäten geht. Bei 27 Prozent hat das sogar dazu geführt, dass ein ursprünglich geplantes Ziel komplett verworfen und durch ein neues ersetzt wurde. Klassische Instagram-Hotspots behalten dabei ihre Anziehungskraft: 37 Prozent der Reisenden bevorzugen zumindest gelegentlich bewusst bekannte Fotospots gegenüber weniger bekannten Orten.
Der Druck, den perfekten Urlaub zu zeigen
Fotografieren und Teilen gehören für die meisten Urlauber inzwischen selbstverständlich zur Reise dazu: 73 Prozent veröffentlichen zumindest gelegentlich Inhalte aus dem Urlaub in sozialen Netzwerken, während 26 Prozent ihre Erlebnisse lieber nur im kleinen Kreis teilen. Diese Sichtbarkeit hat allerdings auch eine Kehrseite. 37 Prozent der Befragten spüren den Druck, ihre Reise im Netz möglichst spannend und attraktiv zu präsentieren – bei der Generation Z steigt dieser Anteil auf 45 Prozent. Der Einfluss reicht sogar bis in die Wahl der Reisebegleitung: Für 18 Prozent der Befragten gilt eine übertriebene Fixierung aufs Fotografieren als Warnsignal bei der Entscheidung, mit wem sie überhaupt verreisen möchten.

Einschätzung von TUI Musement
Zur Bedeutung von Social Media für die Reisebranche äußert sich Mirco Fiumene, Managing Director Experiences & CMO bei TUI Musement, wie folgt:
„Ein einziges Foto oder Video kann heute den Anstoß für die nächste Reise geben. Deshalb richten wir unsere Kommunikation gezielt auf Plattformen wie Instagram und TikTok aus. Entscheidend ist jedoch, was vor Ort erlebt wird: Mit unseren Ausflügen und Aktivitäten helfen wir Urlaubern, eine Destination über die bekannten Fotomotive hinaus zu entdecken und authentische Einblicke in Land und Kultur zu gewinnen.“
— Mirco Fiumene, Managing Director Experiences & CMO, TUI Musement
Bekannte Social-Media-Hotspots – und ihre Schattenseiten
Der Trend zum Foto-Urlaub zeigt sich weltweit an ganz konkreten Orten, die durch Social Media regelrecht überrannt wurden:
- Oia auf Santorini (Griechenland): Die weißen Häuser und blauen Kuppeln des Ortes zählen zu den meistfotografierten Kulissen Europas. Wer das bekannte Sonnenuntergangsfoto ohne Menschenmassen im Bild haben möchte, steht inzwischen schon vor Sonnenaufgang an – Berichten zufolge bilden sich bereits gegen sieben Uhr morgens dichte Schlangen in den engen Gassen.
- Trolltunga (Norwegen): Der markante Felsvorsprung über dem Ringedalsvatnet war lange ein Geheimtipp für Wanderer. Nach dem viralen Erfolg auf Instagram stieg die Besucherzahl von rund 500 im Jahr 2009 auf etwa 40.000 im Jahr 2014 – mit spürbaren Folgen für Wege, Rettungseinsätze und die Infrastruktur vor Ort.
- Bali (Indonesien): Am Straßenrand vieler Regionen der Insel weisen inzwischen eigene Schilder mit der Aufschrift „Selfie Spot“ auf Fotostellen hin, die eigens für Social-Media-Aufnahmen inszeniert wurden – ein Beispiel dafür, wie touristische Infrastruktur mittlerweile direkt auf die Bedürfnisse von Instagram und Co. zugeschnitten wird.
Diese Beispiele zeigen: Wer einen Ort ausschließlich wegen eines viralen Fotos ansteuert, muss vor Ort oft mit Wartezeiten, Andrang und wenig authentischer Atmosphäre rechnen. Die Realität hinter dem perfekten Bild sieht selten so aus wie im Feed.
Fazit und praktische Tipps für den nächsten Urlaub
Die Studie von TUI Musement macht deutlich, dass soziale Medien inzwischen jede Phase der Reise beeinflussen – von der ersten Idee bis zur Buchung. Wer trotzdem einen entspannten und authentischen Urlaub erleben möchte, kann ein paar einfache Grundsätze beherzigen:
- Bekannte Hotspots bewusst außerhalb der Stoßzeiten besuchen, etwa früh morgens unter der Woche statt am Wochenende in der Hochsaison.
- Neben den bekannten Fotomotiven gezielt weniger frequentierte Orte in der Umgebung einplanen – oft liegen sie nur wenige Kilometer entfernt.
- Sich bewusst machen, dass ein Ort selten genauso aussieht wie auf dem Foto im Feed, und Erwartungen entsprechend anpassen.
- Das Handy zwischendurch bewusst weglegen, um die Reise auch abseits der Kamera zu erleben.
Social-Media & Urlaub – häufige Fragen
Laut der TUI-Musement-Studie geben 39 Prozent der Befragten an, einen touristischen Ort gezielt besucht zu haben, um dort Fotos oder Videos für soziale Netzwerke aufzunehmen. Bei der Generation Z ist TikTok bereits die wichtigste Inspirationsquelle für die Reiseplanung.
Zu den bekanntesten zählen Oia auf Santorini, der Felsvorsprung Trolltunga in Norwegen sowie eigens eingerichtete „Selfie Spots“ auf Bali. An diesen Orten führt der Ansturm durch virale Fotos regelmäßig zu langen Wartezeiten.
Es hilft, bekannte Hotspots außerhalb der Stoßzeiten zu besuchen, bewusst weniger bekannte Orte in der Nähe einzuplanen und die Erwartungen an ein Reiseziel realistisch zu halten, statt sich ausschließlich an viralen Fotos zu orientieren.
Quelle: Presse TUI 19.08.2026 – redaktionell bearbeitet
Infos zur Studie: Die Ergebnisse basieren auf einer unabhängigen Studie, die im Januar 2026 von Appinio im Auftrag von TUI Musement in Spanien, Italien und Großbritannien durchgeführt wurde.
