Die Pauschalreise Preisentwicklung seit 2022 zeigt vor allem eines:
Der Preisschub der Nachpandemiejahre hat sich abgeschwächt, aber nicht umgekehrt. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts verteuerten sich Pauschalreisen ins Ausland im ersten Halbjahr 2026 um 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Das ist der kleinste Anstieg der Jahre 2023 bis 2026, allerdings auf einem bereits deutlich höheren Niveau.
Flugtickets legten im selben Zeitraum mit 8,5 Prozent wesentlich stärker zu. Zugleich unterscheiden sich die Zielgebiete erheblich: Die Türkei und Griechenland blieben nahezu stabil, Ägypten, die Kanaren und die Balearen wurden teurer.
Amtliche Zahlen: Pauschalreisen und Flüge seit 2022
Das Statistische Bundesamt veröffentlicht jeweils im Sommer die Preisentwicklung für Flugtickets und Pauschalreisen im ersten Halbjahr. Die Veränderungsraten gegenüber dem Vorjahreshalbjahr ergeben seit 2023 folgendes Bild:
| 1. Halbjahr | Pauschalreisen Ausland | Pauschalreisen Inland | Internationale Flüge |
|---|---|---|---|
| 2023 | +10,0 % | +14,5 % | +24,9 % |
| 2024 | +5,2 % | +1,1 % | −3,1 % |
| 2025 | +5,4 % | +2,2 % | +3,8 % |
| 2026 | +3,0 % | +2,8 % | +8,5 % |
Quelle: Statistisches Bundesamt, Preisveränderungen jeweils gegenüber dem Vorjahreshalbjahr.
Das Jahr 2023 markiert den Höhepunkt: Flugtickets verteuerten sich um knapp ein Viertel, Pauschalreisen im Inland um 14,5 Prozent.
Ab 2024 beruhigte sich die Lage bei den Flügen zunächst. Internationale Tickets wurden im Schnitt um 3,1 Prozent günstiger, blieben aber rund 21 Prozent über dem Niveau von 2022.
Pauschalreisen ins Ausland verteuerten sich dagegen in beiden Folgejahren um gut fünf Prozent. 2026 fällt der Anstieg bei Auslandspauschalreisen mit 3,0 Prozent am geringsten aus, bei Flügen dagegen mit 8,5 Prozent am höchsten seit 2023. Inlandsflüge verteuerten sich 2026 um 9,5 Prozent.
Pauschalreisen sind demnach seit 2022 rechnerisch rund ein Viertel teurer geworden, Flugtickets gut ein Drittel.
Dass Pauschalreisen langsamer teurer werden als Flüge, hat eine naheliegende Erklärung: Veranstalter kalkulieren Flugkontingente, Hotels und Transfers lange im Voraus und mischen sie zu einem Gesamtpreis. Schwankungen bei einzelnen Posten schlagen dadurch gedämpft und zeitverzögert durch. Das Statistische Bundesamt selbst weist darauf hin, dass die Preissprünge bei Pauschalreisen kleiner ausfallen als bei einzeln gebuchten Leistungen.
Auch bei den Flügen unterscheiden sich die Regionen. Im ersten Halbjahr 2026 stiegen die Economy-Preise ins europäische Ausland um 11,5 Prozent, nach Asien und Australien um 4,9 Prozent und nach Nordamerika um 3,7 Prozent. Flüge nach Afrika wurden dagegen um 12,0 Prozent günstiger.

Reiseziele im Vergleich: stabil, teurer, günstiger
Hinter dem Durchschnitt von 3,0 Prozent liegen große Unterschiede. Die amtlichen Zahlen für das erste Halbjahr 2026 stehen hier den Angebotsanalysen großer Buchungsportale für die Sommermonate gegenüber:
| Reiseziel | Destatis: Pauschalreisen, 1. Halbjahr 2026 | Angebotspreise Sommer 2026 laut Anbieteranalysen |
|---|---|---|
| Türkei | +1,3 % | Antalya −18 %, Side/Alanya −13 % (Restplatzbörse, Juli) |
| Griechenland | +0,2 % | Kreta +6 %, Rhodos −1 % (HolidayCheck) |
| Ägypten | +5,2 % | Hurghada ca. −14 bis −15 % (HolidayCheck, Juni) |
| Kanarische Inseln | +4,6 % | Fuerteventura ca. −8 bis −9 % (HolidayCheck), Gran Canaria −19 %, Teneriffa −21 % (Restplatzbörse) |
| Balearen | +3,6 % | Mallorca ca. −4 bis −6 % (HolidayCheck, Juni), laut Restplatzbörse im Juli nahe Vorjahresniveau oder darüber |
Alle Anbieterwerte beziehen sich auf den Vergleich mit dem Vorjahr beziehungsweise dem Jahresbeginn und auf unterschiedliche Stichtage, daher sind sie als Spannen zu lesen (also nicht nur zu Hauptreisezeiten, welche preislich oft deutlich teurer sind).
Für Reisende heißt das: Der Preis eines Ziels ist kein fester Wert, sondern hängt vom Buchungszeitpunkt, vom Reisemonat und vom Verpflegungsmodell ab. Wie stark Letzteres ins Gewicht fällt, zeigt der Vergleich von All Inclusive und Halbpension.
Was die Preise treibt
Mehrere Faktoren wirken zusammen. Branchenanalysen nennen höhere Personalkosten, teurere Hotelkontingente und gestiegene Transportkosten, darunter die Kosten für Flugtreibstoff.
Dazu kommen Nachfrageverschiebungen: Beliebte Ziele wie die Balearen und die Kanaren profitieren von hoher Auslastung, während weniger gefragte Regionen Preise senken. Auch die Flugverbindungen spielen eine Rolle. Wo viele Verbindungen und ein breites Hotelangebot zusammentreffen, wie in der Türkei oder auf Mallorca, bleibt Urlaub tendenziell erschwinglicher, so die Einschätzung von HolidayCheck aus früheren Preisanalysen.
Eine mögliche Entlastung ist politisch bedingt: Mit Beginn des zweiten Halbjahres 2026 wurde die deutsche Luftverkehrsteuer gesenkt. Wie stark sich das auf Pauschalreisepreise auswirkt, zeigen erst die Zahlen der kommenden Saisons.
Buchungszeitpunkt: Wann sich Vergleichen und Warten lohnt
Eine Auswertung von HolidayCheck zu Familienreisen im Sommer 2024 zeigte, dass neun von 13 der beliebtesten Pauschalreiseziele am günstigsten waren, wenn sie im Oktober, November oder Dezember des Vorjahres gebucht wurden. Dazu zählten Mallorca, die Türkische Riviera und Ägäis, Kos, Rhodos und mehrere Kanarische Inseln. Zugleich sanken bei sieben der 13 Ziele die Preise kurz vor der Abreise, besonders deutlich in Ägypten. Frühbuchen und Last-Minute können sich also je nach Ziel unterschiedlich auswirken.
Im Sommer 2026 war das Bild ebenfalls uneinheitlich. Laut Restplatzbörse lagen Anfang Juni 22 von 23 untersuchten Zielen unter dem Preisniveau des Vorjahres, Mitte Juli waren es noch 16 von 23. Wer spät bucht, kann also sparen, muss aber damit rechnen, dass günstige Angebote wieder verschwinden. Eine Garantie ergibt sich daraus nicht.
Für größere Reisen, bei denen sich die Kosten über mehrere Monate verteilen sollen, kommen Zahlungsmodelle in Betracht. Hinweise dazu bietet der Beitrag Urlaub auf Raten zahlen. Wer als Familie flexibel ist, findet im Artikel zum Familienurlaub in den Herbstferien Anhaltspunkte, Paare im Beitrag zu den Nebensaison-Reisezielen. Für Reisende, die allein unterwegs sind, ordnet der Beitrag zum Alleinreisen-Trend die Preisfrage ein. Bei Fernzielen lohnt der Blick auf den Beitrag zu Malediven und günstigen Alternativen.
Fazit
Die Pauschalreise Preisentwicklung seit 2022 verläuft in drei Phasen: ein kräftiger Sprung 2023, zwei Jahre mit Anstiegen von gut fünf Prozent und 2026 eine Abschwächung auf 3,0 Prozent bei Auslandsreisen. Rechnerisch liegen Pauschalreisen ins Ausland damit rund ein Viertel über dem Niveau des ersten Halbjahres 2022, Flugtickets gut ein Drittel. Der Anstieg verlangsamt sich, das Preisniveau bleibt hoch.
Wo gespart werden kann, hängt vom Ziel ab.
Türkei und Griechenland blieben bei den amtlichen Zahlen vergleichsweise stabil, Ägypten, die Kanaren und die Balearen wurden im ersten Halbjahr teurer.
Gleichzeitig zeigen Angebotsanalysen für den Sommer 2026 vielerorts sinkende Preise. Verlässlich ist deshalb nur der Vergleich mehrerer Anbieter für dasselbe Hotel, denselben Zeitraum und dasselbe Verpflegungsmodell.
Für die kommende Saison hängt viel von der Nachfrage, der Lage im Nahen Osten und der Wirkung der gesenkten Luftverkehrsteuer ab.
FAQ
Nach den jährlichen Destatis-Raten für das erste Halbjahr liegen Pauschalreisen ins Ausland rechnerisch rund ein Viertel über dem Niveau von 2022. Die Rechnung ist eine Überschlagsrechnung aus den veröffentlichten Veränderungsraten.
Im ersten Halbjahr 2026 verteuerten sich Pauschalreisen ins Ausland um 3,0 Prozent, im Inland um 2,8 Prozent. Internationale Flugtickets legten um 8,5 Prozent zu.
Laut Destatis stiegen die Preise in Griechenland im ersten Halbjahr 2026 nur um 0,2 Prozent und in der Türkei um 1,3 Prozent. Ägypten (+5,2 Prozent), die Kanaren (+4,6 Prozent) und die Balearen (+3,6 Prozent) verteuerten sich stärker.
Eine HolidayCheck-Auswertung für Sommerreisen 2024 sah bei neun von 13 beliebten Zielen die günstigsten Preise bei Buchung von Oktober bis Dezember des Vorjahres. Im Sommer 2026 waren dagegen auch kurzfristige Angebote häufig günstiger als im Vorjahr. Eine feste Regel gibt es nicht, ein Preisvergleich bleibt sinnvoll.
Der DRV erwartet für das Touristikjahr 2025/26 fast 85 Milliarden Euro Umsatz, ein Plus von einem Prozent. Im Januar waren noch 86 Milliarden Euro und drei Prozent prognostiziert worden.
Stand der Daten: Oktober 2026. Quellen: Statistisches Bundesamt (Pressemitteilungen zum 1. Halbjahr 2023 bis 2026), DRV-Marktprognosen (Januar 2026 und Sommer-Zwischenbilanz), HolidayCheck-Preisanalysen, Restplatzbörse-Marktanalyse (Juli 2026).
