Fernreisen haben sich vom Luxus für wenige zu einer ernsthaften Option für viele Urlauber entwickelt. Die Malediven führen dabei die Sehnsuchtsliste an, gelten aber zugleich als Synonym für hohe Preise. Ein genauer Blick auf Kosten, Reisearten und Alternativen zeigt: Der Traum vom Indischen Ozean lässt sich auf verschiedenen Budgetstufen verwirklichen, und mehrere Fernreiseziele bieten ein deutlich günstigeres Preisniveau.
Fernreisen im Aufwind: Malediven, Thailand und Mexiko im Buchungsplus
Die aktuellen Zahlen für den Winter 2026/27 zeichnen ein klares Bild:
Laut Restplatzbörse erleben die Malediven, Thailand und Mexiko einen regelrechten Buchungsboom, während Ägypten bei den Preisen deutlich nachgibt.
Auch das Winterprogramm von TUI Deutschland bestätigt die Richtung. Thailand führt dort die Fernreiseziele an, die Malediven gehören weiterhin zur Spitzengruppe, und die Dominikanische Republik rückt zunehmend nach vorn.
Besonders deutlich fällt das Wachstum bei den Malediven aus. Nach Auswertungen von HolidayCheck wachsen die Buchungszahlen für 2026 mehr als doppelt so stark wie in anderen Zielgebieten. Über die vergangenen fünf Jahre hat die Nachfrage bei Paaren und Familien spürbar zugenommen.
Warum die Malediven so gefragt sind
Mehrere Faktoren treiben die Nachfrage. Zum einen schätzen Reisende die Privatsphäre und Exklusivität der Inselresorts, bei denen jeweils eine eigene Insel als Hotel fungiert. Zum anderen verbessert sich die Erreichbarkeit: Große internationale Airlines bauen ihr Streckennetz ab dem deutschsprachigen Raum aus, was Flugpreise und Verbindungen attraktiver macht.
Hinzu kommt eine Entwicklung, die das Ziel breiter zugänglich macht. Seit 2009 dürfen auf bewohnten Inseln Gästehäuser betrieben werden. Damit gibt es neben den klassischen Luxusresorts eine deutlich günstigere Variante.
Was ein Malediven-Urlaub tatsächlich kostet
Die Preisspanne ist enorm und hängt vor allem von der Unterkunftsart ab. Die folgenden Richtwerte stammen aus Anbieter- und Ratgeberangaben und gelten für eine Woche und zwei Personen inklusive Flug:
| Variante | Typische Merkmale | Richtwert (1 Woche, 2 Personen, inkl. Flug) |
|---|---|---|
| Gästehaus auf lokaler Insel | Frühstück oft inklusive, lokale Restaurants, Anreise per Fähre oder Speedboat | etwa 2.200 bis 5.500 Euro |
| Mittelklasse-Resort | meist All Inclusive, Transfer per Speedboat oder Wasserflugzeug | etwa 6.000 bis 10.000 Euro |
| Luxusresort / Wasservilla | Überwasser-Villa, Vollpension, hoher Servicestandard | deutlich fünfstellig |
Der Flug schlägt je nach Saison mit grob 500 bis 1.300 Euro pro Person zu Buche, in der Nebensaison fällt er günstiger aus. Bei Resortreisen kommt der Transfer zur Insel hinzu, der für zwei Personen mehrere hundert Euro kosten kann.
Zusätzlich sind Abgaben zu beachten, die im Angebotspreis nicht immer enthalten sind:
- Green Tax: Seit dem 1. Januar 2025 beträgt sie in Resorts 12 US-Dollar pro Person und Nacht (zuvor 6 US-Dollar). In kleinen Gästehäusern auf bewohnten Inseln mit bis zu 50 Zimmern liegt sie bei 6 US-Dollar.
- Tourismussteuer: Der Satz auf touristische Waren und Dienstleistungen stieg zum 1. Juli 2025 von 16 auf 17 Prozent.
- Servicegebühr: In den meisten Resorts kommen 10 Prozent hinzu.
Für ein Paar in einer Woche im Resort summiert sich allein die Green Tax auf 168 US-Dollar. Der Gesamtpreis sollte deshalb immer inklusive aller Abgaben verglichen werden.

Malediven günstig: Local Islands statt Resort
Wer die Malediven mit kleinerem Budget erleben möchte, findet auf den bewohnten Inseln die günstigste Variante. Gästehäuser kosten dort je nach Insel und Ausstattung etwa 40 bis 150 Euro pro Nacht im Doppelzimmer.
Bekannte Ziele sind Maafushi, Dhiffushi, Thulusdhoo und Dhigurah. Maafushi gilt als klassische Einstiegsinsel und liegt rund 45 Minuten per Speedboat von der Hauptstadt Malé entfernt. Fährtransfers zwischen den Inseln kosten meist 20 bis 50 Euro.
Auch Ausflüge fallen günstiger aus als im Resort. Ein mehrstündiger Schnorchelausflug zu den Walhaien vor Dhigurah wird mit rund 50 bis 80 US-Dollar pro Person angegeben.
Wichtig für die Einordnung: Die Local Islands bieten ein anderes Urlaubskonzept als die Resorts. Auf den bewohnten Inseln gelten islamische Regeln, Alkohol ist in der Regel nur in Resorts erhältlich, und die Atmosphäre ist deutlich weniger abgeschirmt. Wer vor allem Ruhe, Privatsphäre und Komfort sucht, findet diese eher im klassischen Resort.
Beste Reisezeit und Spartipp Regenzeit
Die klassische Hauptreisezeit liegt zwischen November und April. In den Sommermonaten fallen auf den Malediven die meisten Regentage an, doch gerade deshalb lohnt sich in dieser Zeit der Blick auf Schnäppchen. Laut Restplatzbörse bieten sich dann auch Last-Minute-Angebote an, was auch für andere Luxusziele wie die Seychellen oder Curaçao gilt.
Günstige Alternativen zu den Malediven
Wer Palmen, Strand und tropisches Klima sucht, aber weniger ausgeben möchte, findet mehrere Fernreiseziele mit niedrigerem Preisniveau. Nach Auswertungen von Alltours und Restplatzbörse zählen Dubai, Thailand, Sri Lanka, Tansania/Sansibar und die Dominikanische Republik zu den günstigsten Fernreisezielen für Pauschalreisen:
- Thailand: Laut Alltours die günstigste Wahl für zwei Wochen Pauschalreise in die Ferne. Ein zehntägiger Aufenthalt im 5-Sterne-Hotel in Khao Lak ist laut HolidayCheck inklusive Frühstück ab rund 2.400 Euro für zwei Personen buchbar.
- Dominikanische Republik: Preislich besonders interessant für All-Inclusive-Urlaub und im TUI-Winterprogramm weit vorn.
- Sri Lanka: Ebenfalls eine günstige Option für All Inclusive, mit Stränden, Kultur und Tierwelt.
- Kapverden: Laut Alltours im Sommer wie im Winter ein günstiges Fernreiseziel, bei dem eine Woche Pauschalreise häufig unter 1.400 Euro pro Person bleibt.
- Dubai: Dank des vergleichsweise kurzen Flugs ein preislich attraktives Fernziel, ebenfalls häufig unter 1.400 Euro pro Person und Woche.
- Sansibar/Tansania: Für All-Inclusive-Urlaub preislich spannend, laut Restplatzbörse unter den günstigsten Fernreisezielen.
- Mexiko: Für den Winter 2026/27 mit starkem Buchungsplus, ein Zeichen für wachsende Beliebtheit.
Die Verpflegungsart beeinflusst den Gesamtpreis dabei erheblich. Wie groß der Unterschied zwischen All Inclusive und Halbpension tatsächlich ausfällt, zeigt der Beitrag zum Thema All Inclusive oder Halbpension.
Spartipps für Fernreisen
- Reisezeit flexibel wählen: Die Nebensaison senkt Flug- und Hotelpreise spürbar. Mehr dazu im Beitrag zu Nebensaison-Zielen für Paare.
- Last Minute prüfen: Gerade bei Luxuszielen wie den Malediven, den Seychellen oder Curaçao kann sich der kurzfristige Blick auf Restplatzangebote lohnen.
- Gesamtpreis inklusive Abgaben vergleichen: Green Tax, Tourismussteuer und Servicegebühr verändern den Endpreis erheblich.
- Unterkunftsart bewusst wählen: Der Unterschied zwischen Gästehaus und Resort beträgt ein Vielfaches des Reisepreises.
- Ratenzahlung nutzen: Wer die Kosten einer Fernreise über mehrere Monate verteilen möchte, findet Hintergründe im Beitrag Urlaub auf Raten zahlen.
Fazit
Die Malediven bleiben das Sehnsuchtsziel unter den Fernreisen, mit kräftig wachsender Nachfrage und einer enormen Preisspanne.
Wer das Budget im Blick behalten möchte, findet auf den Local Islands eine deutlich günstigere Variante, muss dafür aber auf die Abgeschiedenheit der Resorts verzichten.
Wer vor allem ein bezahlbares Fernreiseziel sucht, findet mit Thailand, der Dominikanischen Republik, Sri Lanka, den Kapverden oder Dubai gleich mehrere Alternativen mit wesentlich niedrigerem Preisniveau.
Häufige Fragen (FAQ)
Je nach Unterkunftsart etwa 2.200 bis 5.500 Euro pro Woche im Gästehaus auf einer lokalen Insel, etwa 6.000 bis 10.000 Euro im Mittelklasse-Resort und deutlich fünfstellige Beträge in Luxusresorts, jeweils inklusive Flug.
Ja. Seit 2009 sind Gästehäuser auf bewohnten Inseln erlaubt. Dort kosten Doppelzimmer häufig etwa 40 bis 150 Euro pro Nacht, Fähren zwischen den Inseln meist 20 bis 50 Euro.
In Resorts beträgt sie seit 1. Januar 2025 12 US-Dollar pro Person und Nacht, in kleinen Gästehäusern auf bewohnten Inseln mit bis zu 50 Zimmern 6 US-Dollar. Hinzu kommen 17 Prozent Tourismussteuer und meist 10 Prozent Servicegebühr.
Die Hauptreisezeit liegt zwischen November und April. In den Sommermonaten gibt es mehr Regentage, dafür aber oft günstigere Angebote.
Dubai, Thailand, Sri Lanka, Sansibar/Tansania, die Kapverden und die Dominikanische Republik zählen zu den preisgünstigsten Fernreisezielen für Pauschalreisen.
